Jahresarchiv: 2015

Evaluationsstudie zu den Sozialen Seminaren

Soziale Seminare mit benachteiligten Jugendlichen haben eine lange Tradition in der Kommende Dortmund. Die Kommende-Stiftung beneVolens hat zum Erfolg dieses einmaligen Angebots der langfristigen politisch-sozialen Bildung eine wissenschaftliche Evaluationsstudie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis ist eine große Bestätigung für die Arbeit der Kommende und ihrer Stiftung.

Hier finden Sie die Broschüre mit den Ergebnissen der Evaluationsstudie.

Schon seit 40 Jahren wird das Soziale Seminar an der Hauptschule Dortmund-Husen angeboten. Ein Jahr nehmen die Schüler und Schülerinnen des Abschlussjahrgangs an dem Kurs teil. Ziel dieses Angebots zur christlichen Sozialethik ist es, die Jugendlichen für Moral- und Wertfragen zu sensibilisieren, sie in ihrer Persönlichkeit und ihrem Verantwortungsbewusstsein zu stärken und ihnen zu helfen, selbstbewusst, selbstbestimmt und informiert ihre Meinung vertreten zu können. Mit der Gründung der Kommende-Stiftung „beneVolens. Jugend fördern. Zukunft gestalten“ im Jahr 2009 wurde diese Arbeit auf weitere Schulen ausgedehnt.

Werden die Ziele erreicht? Ist das Angebot nachhaltig erfolgreich? Die Stiftung beneVolens hatte das renommierte Forschungsinstitut Faktor Familie beauftragt, eine Evaluationsstudie zu diesen Fragen zu erstellen. Über ein Jahr begleiteten die Wissenschaftler drei Soziale Seminare und führten qualitative Interviews mit den Schülerinnen und Schülern, den Schulleitungen und den Seminarleitungen durch. Das Ergebnis der Evaluationsstudie bescheinigt der Kommende und ihrer Stiftung beneVolens einen großen Erfolg mit den Sozialen Seminaren. Alle Beteiligten beschreiben die Sozialen Seminare als ein besonders wertvolles Angebot. Der Anspruch, benachteiligte Jugendliche in ihren Kompetenzen und ihrem Wissen zu fördern, wird eingelöst. Die Schüler sagen, dass sie an Selbstsicherheit gewonnen haben, sensibler in ihrem Sozialverhalten geworden sind und sie vom Seminar auch beruflich profitieren werden. Auch die Schulleitungen und beteiligten Lehrer schätzen am Angebot, dass es den Schülern hilft, ihr Leben verantwortungsbewusst, moralisch und solidarisch zu führen. Die methodische Gestaltung der Kurse gefällt den Beteiligten sehr gut und ist eine wichtige Ergänzung zum Schulunterricht. Alle empfehlen die Teilnahme am Sozialen Seminar ausnahmslos.

Für die Stiftung beneVolens ist die Studie eine große Ermutigung, ihre Aktivitäten weiter auszubauen. Und sie hat eine Folgestudie zur langfristigen Wirkung des Sozialen Seminars in Auftrag gegeben: Wie bewerten ehemalige Teilnehmer das Soziale Seminar? Bleibt die positive Wirkung auch Jahre nach der Teilnahme? Wie hilfreich war es in der weiteren persönlichen und beruflichen Entwicklung?

Hier können Sie die gesamte Evaluationsstudie downloaden.

Flüchtlingsprojekt

Wir wollen allen jungen Menschen helfen!

Mitte November 2015 sind 18 junge Flüchtlinge im Alter von 18 bis 25 Jahren in das Reindoldus-Haus der Kommende-Stiftung beneVolens eingezogen. Erzbischof Hans-Josef Becker begrüßte die Flüchtlinge aus Bürgerkriegsgebieten am 22. Nomeber 2015 im Rahmen des Kommendefestes feierlich. Sie kommen aus Syrien, dem Irak und dem Iran und mussten in ihrer Heimat um ihr Leben fürchten.

Mit dem neuen Flüchtlingsprojekt reagieren die Kommende Dortmund und die Stiftung beneVolens auch auf den Wunsch von Papst Franziskus, Flüchtlingen Unterkünfte bereit zu stellen. Doch unser Projekt ‚Integration jugendlicher Flüchtlinge‘ geht sogar noch darüber hinaus. Es steht unter dem Motto:

„Beratung – Beherbergung – Betreuung – Bildung“

Ziel ist es, den jungen Menschen eine schnelle und umfassende Integration in Dortmund zu ermöglichen. Nachdem die akute Not, Flüchtlingen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, sich langsam entspannt, entwickelt das Projekt aktuell Beratungsangebote für Flüchtlinge, bietet Sprach- und Integrationskurse an und will darauf aufbauend Wege in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Ein wichtiger Schritt dabei war die Einstellung einer Flüchtlingskoordinatorin, welche die Projekte organisiert und wichtigste Ansprechpartnerin für die jungen Menschen ist.

_DSC5097Möglich ist der umfassende Projektansatz durch ein breites Netzwerk der Unterstützung. Die Kommende Dortmund und die Stiftung beneVolens werden u.a. durch den Caritasverband Dortmund, die Vincenz-Jugendhilfe, die Auslandsgesellschaft, die Stiftung helpandhope und die Handwerkskammer beraten und unterstützt. Die Reinoldigilde e.V. hat eine ideelle und finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Sehr angenehm und konstruktiv ist auch die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung Dortmund. Die bisherigen Erfahrungen spiegeln die hohe Bereitschaft in der Bevölkerung wider, den Flüchtlingen zu helfen. Sie ermutigen in positiver Weise das Engagement, den jugendlichen Menschen eine Zukunft bei uns zu schaffen. Ebenso erfreulich und ein spannender, neuer Schritt in Richtung Integration war die Einladung des Konzerthauses Dortmund, den jungen Menschen ein Stück Kultur in Form klassischer Musik nahezubringen. Für die Stiftung beneVolens ein weiterer Baustein der Arbeit, die unter dem Motto „Jugend fördern. Zukunft gestalten“ steht.

Soziale Berufe 2015/2016

Schülerinnen und Schüler erleben soziale Dienstleistungsberufe

‚Kranken- und Altenpflege? Würde ich niemals machen! Die Alten sind unfreundlich, stinken und verstehen mich eh nicht‘. So lautet wohl die Meinung von vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, wenn sie über einen Beruf im Pflegebereich nachdenken. Dabei werden wir alle irgendwann einmal alt und brauchen eventuell Hilfe. Und so, wie eben beschrieben, sieht es in den Alten- und Pflegeheimen dann doch nicht aus!

Verhaltensregeln Umgang mit Alten LeutenDaher haben die Hauptschule Dortmund-Husen, die Kommende Dortmund, der Caritasverband Dortmund und das Wohn- und Pflegezentrum St. Josef Dortmund-Derne zum Schuljahr 2015/16 ein Projekt gestartet, in dem 15 Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs an soziale Dienstleistungsberufe herangeführt werden. Seit Schuljahresbeginn fanden, u.a. auch in der Kommende Dortmund, Seminare zu Themen wie Stärkung der eigenen Kompetenzen, dem richtigen Umgang mit alten Leuten und angemessener Hygiene statt, wo die Schülerinnen und Schüler unter anderem sich selbst Verhaltensregeln für ihr Praktikum aufstellten. Diese Seminare bereiteten sie optimal auf den Mittelpunkt des Projekts vor, ein zwölfwöchiges Praktikum, welches nach den Herbstferien beginnen sollte. Dort konnten sie an einem Tag in der Woche die verschiedenen Berufe und das vielfältige Leben im Wohn- und Pflegezentrum St. Josef kennenlernen und ausprobieren.

HS Husen, LangzeitpraktikumDabei ist die Pflege nur ein Teil eines großen Komplexes: Für jeweils einen Tag konnten die TeilnehmerInnen in die Rollen der Pfleger, der Köche, der Hausmeister und auch der Verwalter schlüpfen und so entdecken, welche Stärken sie haben und ob sie sich vorstellen können, in diesem Bereich später beruflich tätig zu sein.

Und so können wir gespannt sein, welche SchülerInnen und Schüler vielleicht wirklich PfelgerInnen werden oder in einem anderen Bereich der Alten- und Krankenpflege arbeiten. Und selbst wenn nicht, so war diese Erfahrung für alle TeilnehmerInnen dennoch prägend und sehr wertvoll.

Hier klicken: Fotogalerie der Vorbereitungsseminare Soziale Berufe 2015/2016

Ausbildungspatenschaft 2015/16

Seit fünf Jahren helfen ehrenamtliche Profis beim Übergang in die Ausbildung

In den Abschlussklassen 10 der Katholischen Hauptschule Husen dreht sich jeden Dienstag alles um Ausbildung und Beruf. In einem Langzeitpraktikum werden die 44 Schülerinnen und Schüler bis zu ihrer Schulentlassung Gelegenheit haben, einmal wöchentlich in Betrieben mitzuarbeiten, um das Berufsleben kennen zu lernen. Begleitet wird dieses Praktikum seit fünf Jahren von sechs ehrenamtlich arbeitenden Ruheständlern, die als Ausbildungspaten mit ihrer vielfältigen Berufserfahrung die Schüler auf dem Weg in den Beruf begleiten. Die Schülerinnen und Schüler haben gemeinsam mit den Paten Regeln für die Zusammenarbeit erarbeitet und in einer Vereinbarung unterschrieben. Damit ist eine optimale Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche gewährleistet.
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Als die Hauptschule Husen vor fünf Jahren entschied, ein Langzeitpraktikum einzurichten, erklärte sich die Kommende Dortmund, das Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, mit ihrer Stiftung beneVolens bereit, das Ausbildungspatenschafts-Projekt wesentlich mitzugestalten. Ziel des Projekts ist der Einstieg sozial benachteiligter Jugendliche in den Arbeitsmarkt. Im Idealfall finden die jungen Menschen einen Ausbildungsplatz in dem Betrieb, in dem sie während ihres letzten Schuljahres ein Langzeitpraktikum absolvieren. Darüber hinaus erfahren die Schülerinnen und Schüler Anerkennung und Wertschätzung, sie können ihre Persönlichkeit weiterentwickeln und praktische Berufserfahrung sammeln. Dieses Anliegen unterstützen die Ausbildungspaten, erfahrene Personen aus Handwerk, Industrie und Verwaltung.

Zusammenfassend lässt sich das Modell so darstellen: Referenten der Kommende Dortmund vertiefen mit den Schülern noch einmal alles zum Thema Ausbildung und Beruf, zu Bewerbungen und Gesprächsführung. Das Praktikum dient der Erprobung von Berufswünschen. Die Paten begleiten die Arbeitsplatzsuche mit Tipps und Hinweisen in einer persönlichen Beratung. Die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht und der Berufsberatung wird so wirkungsvoll unterstützt und ergänzt. Am Ende des Projektes 2014/2015 haben fast 50 % der Schülerinnen und Schüler eine duale Ausbildung begonnen. Für Hauptschüler ist dies eine weit überdurchschnittliche Quote und ein großer Erfolg der Ausbildungspatenschaften. Wir sind gespannt, ob wir diese Quote dieses mal sogar noch toppen können!

Seminar zur Suchtprävention 2015

IMG_1183Beim Seminar zur Suchtprävention, einem Teil der Sozialen Seminare, verbringen die Schüler/innen ein Wochenende auf einem der suchttherapeuthischen Bauernhöfe der „Fazenda da Esperança“. Das Zusammenleben, die Begegnung und die Gespräche mit den dort lebenden ehemaligen Drogenabhängigen sollen neben der thematischen Auseinandersetzung zu einer Veränderung der Einstellung und Wahrnehmung gegenüber Drogen und Suchtgefahren führen. Zugleich werden die Schüler/innen in die Grundlagen der Gesundheitspolitik und -vorsorge eingeführt.

Im Sommer 2015 fanden die Projekte der verschiedenen Schulen im Kloster Hellefeld und im Kloster Mörmter statt.  Nach einem ersten Kennenlernen des Geländes sowie der Einrichtung begann die inhaltliche Arbeit mit einigen einführenden Übungen: Die Jugendlichen sollten dazu einzelne geschilderte Situationen genauer in den Blick nehmen und festlegen, ob es sich in genannten Fällen um Genuss oder Sucht handelt. Gerade in dieser Abschätzung und der damit einhergehenden Diskussion offenbarte sich der fließende Übergang zwischen regelmäßigem Konsum und Abhängigkeit. Durch ein Rollenspiel und die Analyse des Dokumentarfilmes „Vollrausch“ über junger Heranwachsende stiegen die Schüler/innen im Anschluss noch einmal vertieft in die inhaltliche Thematik des Wochenendes ein.

beneVolens, Suchtprävention, Kommende DortmundNoch wichtiger und intensiver war  der direkte Kontakt mit den Bewohnern der Fazenda. Dieser kam schon alleine durch die gemeinsamen Mahlzeiten und die im Miteinader geleistete Pflege der Tiere und des Hauses immer wieder zustande. Darüber hinaus berichteten die Bewohner den Teilnehmer/innen ihre Erfahrungen mit Drogen und Alkohol ausführlich. Diese in jugendlichem Jargon vorgetragenen Schilderungen der real erlebten „Abgründe“  berührten die Teilnehmer/innen dabei merklich: Eine Erfahrung, die durch die reine Informations- bzw. Wissensvermittlung wohl kaum möglich gewesen wäre.

Darauf aufbauend bot sich im abschließenden Teil des Wochenendes dann eine Auseinandersetzung mit dem deutschen Gesundheitssystem an. Die Jugendlichen lernten dabei neben wesentlichen Grundzügen und zentralen präventiv ausgerichteten Elementen nicht zuletzt wichtige Kontakt- und Hilfsstellen kennen. Doch es bleibt zu hoffen, dass sie diese nach den eindrucksvollen Erfahrungen des Wochenendes gar nicht brauchen werden.

Hier klicken:  Fotogalerie zum Seminar Suchtprävention 2015