Ausbildungspatenschaften

Die Suche des richtigen Weges nach dem Schulabschluss

IMG_3966„Nicht ausbildungsfähig! Ist unsere Jugend zu doof?“ So lautete der wenig schmeichelhafte Titel einer ARD-Talkshow mit Anne Will, nachdem das Bundesministerium für Bildung und Forschung seinen Bildungsbericht 2010 vorgelegt hatte. Doch anstatt wie Talkshows und Zeitungen über das Deutsche Schulsystem zu schimpfen, haben die Kommende Dortmund und die Stiftung beneVolens im Jahr 2010 lieber die Initiative ergriffen und in Kooperation mit der Kath. Hauptschule Husen ein groß angelegtes Ausbildungsprojekt auf die Beine gestellt: „Ausbildungspatenschaften – Berufliche Integration von Hauptschüler/innen“. Nach Projekten zur Sucht- und Gewaltprävention und den Sozialen Seminaren begleiten wir die Jugendlichen also weiter und helfen ihnen auf ihrem Lebensweg.

Es ist gerade für die sozial schwachen Schüler/innen deprimierend, auf 50 bis 60 Bewerbungen immer wieder Absagen zu bekommen – wenn die angeschriebenen Betriebe überhaupt antworten. Die frustrierende Erfahrung, nicht gebraucht zu werden und zu nichts nutze zu sein, drückt auf das Selbstwertgefühl und führt zu Resignation. Eine Reihe von Maßnahmen soll den Jugendlichen daher den Einstieg in den Berufsalltag erleichtern und ermöglichen. Der Hauptbestandteil ist nach einem dreiwöchigen Blockpraktikum ein Langzeitpraktikum, in dessen Rahmen die Jugendlichen über einen längeren Zeitraum an einem Tag in der Woche einen Betrieb kennenlernen und dort mitarbeiten. Im Idealfall mündet dieses Praktikum nach dem Schulabschluss in eine Ausbildung. Darüber hinaus sollen die Jugendlichen jedoch vor allem Anerkennung und Wertschätzung erfahren, ihre Persönlichkeit weiterentwickeln und Erfahrungen im Berufsalltag sammeln.

„Die Schüler erfahren durch dieses Projekt Unterstützung in ihrer Orientierungssuche, so dass sie gestärkt und ernsthaft auf Ausbildungsplatzsuche gehen können. Die Paten geben ihnen gute Tipps, sie beraten die jungen Leute und unterstützen sie bei der Bewältigung ihrer Probleme.“ Jens Wolter (Lehrer der Hauptschule Husen)

Ein weiterer wichtiger Teil des Projekts sind die sogenannten „Ausbildungspaten“. Diese helfen den Jugendlichen IMG_5163ehrenamtlich als profesionelle Tutoren und stehen ihnen bei der Suche nach dem richtigen Ausbildungsplatz zur Seite, bewältigen mit ihnen Aufgaben wie das richtige Schreiben einer Bewerbung und helfen ihnen auch sonst mit Rat und Tat. Um der Ernsthaftigkeit beider Seiten Nachdruck zu verleihen, wird jeweils ein Vertrag unterschreiben, dass sowohl Schüler/innen, als auch Paten, sich größtmögliche Mühe geben werden. Die Paten werden zu einer zentralen Orientierungsinstanz, welche den Jugendlichen häufig in der Umbruchsphase am Ende der Schulzeit fehlt.

„Mein Ausbildungspate nimmt sich richtig viel Zeit für mich. Wir proben Bewerbungsgespräche, gehen gemeinsam meine Bewerbungsunterlagen durch. So werde ich auf meine Bewerbungen richtig vorbereitet.“ Julian (Teilnehmer am Projekt Ausblidungspatenschaften)

Um das Projekt zu vollenden, bietet beneVolens Seminare und Projekttage an, bei denen wichtige Schlüsselkompetenzen geschult, Stärken ausgebaut und Schwäche kompensiert werden. Dort können sie, losgelöst von dem Praktikum, Erfahrungen austauschen und Tipps zu sicherem Auftreten und dem richtigen Miteinander in der Ausbildung bekommen. Daneben zeigen die Erfahrungsberichte von ehemaligen Auszubildenden und Teilnehmern des Projektes, dass die Jugend eben doch nicht zu doof und sehr wohl ausbildungsfähig ist.

Und der Erfolg gibt dem Projekt Recht. Ungefähr der Hälfte der teilnehmenden Schüler/innen kann durch dieses Projekt ein Ausbildungsplatz vermittelt werden! Somit setzt das Projekt erfolgreich das Motto von beneVolens „Jugend fördern. Zukunft gestalten“ um. Durch unsere Mithilfe erhalten die Jugendlichen das, was vielen verwehrt bleibt: eine Chance, sich zu beweisen.


Möchten Sie noch mehr über das Projekt „Ausbildungspatenschaften“ erfahren?

Bericht des Jahrgangs 2016/17

Bericht des Jahrgangs 2015/16

Hier finden Sie einen Radiobeitrag zum Projekt „Ausbildungspatenschaften“ im Dortmunder „Radio 91.2“ (September 2013):