Reisetagebuch Polen zu Besuch in Deutschland

Reisetagebuch Polen zu Besuch in Deutschland

Reisetagebuch der sozialethischen Projektwoche „Armut in Europa“

Erfahrungen  zum Thema „Gemeinsam die Zukunft gestalten. Gemeinsam für ein friedliches Miteinander. – Armut in Europa“


1. Tag

Nach der Ankunft der polnischen Gäste, bezogen wir unsere Zimmer im Dortmunder Kolpinghaus. Kurz darauf gingen wir zur Begrüßung ins Dortmunder Rathaus, wo uns auch schon der Konrektor (Herr Wolter) von der Kath. Hauptschule Husen erwartete. Nach der Begrüßung durch Herrn Kurt Eichler, Geschäftsführer der Kulturbetriebe Dortmund, fuhren wir zum Sozialinstitut Kommende Dortmund, in dem wir mit einer Begrüßungsrunde im Rittersaal starteten. In gemischten deutsch-polnischen Gruppen sollten wir überlegen, was wir mit dem Begriff Armut verbinden und haben uns dann darüber ausgetauscht. Nachdem wir uns zum Thema Armut ausgesprochen haben, spielten wir in zwei Gruppen eine Talkshow zum Thema Arbeitslosigkeit und Armut nach. Als wir dies absolvierten, fuhren wir zur Jugendherberge Dortmund zurück. Am Abend machten wir eine Stadtrally in Dortmund, um den Polnischen Gästen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Dortmund zu zeigen.

Ausblick vom Dortmunder U

 


Tagesmotto: Play fair – Sei ehrlich zu dir selbst und zu den anderen

2. Tag- vormittags

Als erstes haben wir den Tag mit 3 Bildern zur Armut begonnen, die wir uns angeschaut haben und unsere Eindrücke dazu ausdrückten. Auf den Bildern konnte man sehen, dass es viele verschiedene Menschen gibt, die von Armut betroffen sind.

Danach haben wir einen Film über Kinderarmut geschaut, in dem verschiedene Familien und Schicksale vorgestellt wurden und wir gesehen haben, dass viele Familien kaum Geld haben und die Familiensituation nicht so gut ist. Es wurden auch Projekte wie die „Arche“ vorgestellt, die Kinder aus armen Verhältnissen vormittags und nachmittags aufnehmen und ihnen Essen und sogar Kochkurse spendieren.

Als letztes haben wir uns in deutsch-polnischen Gruppen zusammengesetzt. Jede Gruppe hat einen speziellen Text über Armut (Kinder-/Alters-/Mütterarmut) bekommen. Wir haben die Texte gemeinsam durchgelesen und die Argumente und Ursachen für die verschiedenen Armutsformen auf einem Plakat zusammengetragen.

Ausflug zum Phönixsee


2. Tag -nachmittags/abends-

Am Nachmittag war es sehr sonnig und warm. Wir waren in getrennten Gruppen (Deutsch, Polnisch) zu Besuch im „Gast-Haus“, einer ökumenischen Wohnungslosen-Initiative. Wir haben das Haus besichtigt und viel Neues von Herrn Lauterborn, dem Gründer des Hauses, gelernt. Besonders gefallen hat uns, dass es eine solche Hilfe für Obdachlose überhaupt gibt und dass es sehr viele freiwillige Mitarbeiter gibt, darunter auch viele Jungendliche, die fleißig mithelfen. Sie helfen besonders beim Wäschewaschen und Kochen für Obdachlose und bieten ihnen die Möglichkeiten sich zu duschen und neue Kleidung zu bekommen. Es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht und wir fanden es sehr lehrreich. Den Abend haben wir in einem Tagesimpuls am Phönixsee ausklingen lassen.

Abschlusskonferenz des Planspiels


Tagesmotto: Take care of – Behandle alle mit Respekt, jeder ist wichtig

3. Tag -vormittags-

Nach dem Frühstück fuhren wir in die Kommende, dort begannen wir mit dem Morgenlob. Unser Motto für den Tag lautete „take care of – respektiere deine Mitmenschen“.
Als wir unseren Morgenlob beendeten, spielten wir ein Planspiel.
Wir bereiteten uns darauf vor, in die angegeben Rollen hineinzuschlüpfen, indem wir uns über die Rollen informierten.

Es gab 6 verschiedene Rollen:

  1. Sozialamt
  2. VdAS „Verein der Arbeitslosen Sozialhilfeempfänger“
  3. Agentur für Arbeit
  4. Presse
  5. Stadrat
  6. Bauhof

Wir teilten uns in 6 Gruppen auf und jede Gruppe bekam eine Rolle.
Zuerst diskutierte jede Gruppe untereinander über ihr eigenes Thema.
Danach gingen zwei Schüler jeder Gruppe in die jeweiligen anderen Gruppen die eine andere Rolle hatten und äußerten deren Vorschläge und Meinungen. Der Sinn des Planspieles war es, seinen Wunsch nach einer Veränderung in der Sozialhilfeverteilung durchzusetzen, jedoch so, dass es nachvollziehbar ist und den andren Rollen und Ämtern zusagt. Nachdem alle Probleme der 6 Gruppen gelöst wurden, trafen sich alle in einer Konferenz in der wir unsere Ergebnisse vorstellten.
Nachdem wir das Planspiel gespielt hatten, konnten wir uns viel besser in den politischen Bildungsprozess und verschiedene Ämter wie der Bundesagentur für Arbeit hineinversetzen und wissen nun, dass es nicht so leicht ist, es allen Leuten im Staat recht zu machen und geeignete Lösungen zum Thema Arbeitslosigkeit zu finden.


3. Tag -nachmittags/abends-

Nach dem Mittagessen sind wir in die Stadt gefahren, um eine Fotosafari zu machen. Wir wurden in unseren deutsch-polnischen Gruppen in unterschiedliche Orte der Innenstadt ausgesandt. Jede Gruppe sollte 3 Bilder zum Thema Armut und 3 Bilder zum Thema Reichtum machen. Anschließend sind wir in die Kommende zurückgefahren und haben dort die Fotos präsentiert. An der Präsentation nahmen auch Herr Piepel (Schulleiter der Kath. Hauptschule Husen) und Herr Wollter (Konrektor der Kath. Hauptschule Husen) teil.  Nach dem Abendessen haben wir den Tag reflektiert und knüpften an unseren Morgenimpuls an.

Fotosafari: Armut


Tagesmotto: Celebrate – Freu dich über den Erfolg des anderen, wie über deinen eigenen

4. Tag -vormittags-

Deutsch- Polnisches Seminar, BeneVolens, SocioMovens, Deutsch-Polnisches Semianr, Kommende DortmundNach dem Frühstück haben wir uns in 5 Gruppen aufgeteilt und verschiedene Einrichtungen besucht. Gruppe 1 Besuchte die Caritas Dortmund, die 2. Gruppe die Dortmunder Tafel, die 3. Gruppe die SKM, die 4. Gruppe besuchte das Arbeitslosenzentrum und die 5. Gruppe war bei der Straßenzeitung „bodo“. Dort haben wir uns noch mal intensiver mit dem Thema Armut und Obdachlosigkeit beschäftigt. Wir haben viele Lösungsansätze in den einzelnen Einrichtungen kennengelernt, z.B. bei der Straßenzeitung „bodo“, dort bekommen Obdachlose eine Chance wieder zu arbeiten und nehmen dadurch wieder am gesellschaftlichen Leben teil. Sie bauen soziale Kontakte durch Gespräche auf der Straße auf. Ziel ist, dass sie von der Straße wegkommen und wieder in eine eigene Wohnung ziehen können.


4. Tag -nachmittags/abends-

Nach dem Mittagessen haben wir den heutigen Abschlussabend geplant. Zusammen haben wir überlegt, was man alles unternehmen kann und sind auch zu einem Ergebnis gekommen: Wir werden eine Präsentation von Herrn Glombik über Zabrze hören. Danach werden wir Spiele wie „Piff Paff“, „Reise nach Jerusalem“ und „ Mord in der Disko“ spielen. Der Höhepunkt : Abrocken in der Disco mit Dj Marcus.