Seminar zur Suchtprävention 2016 – Emscherschule Aplerbeck

Seminar zur Suchtprävention 2016 – Emscherschule Aplerbeck

In diesem Jahr fand zum ersten Mal, im Rahmen der Sozialen Seminare, das Suchtpräventionsseminar mit der Emscherschule Aplerbeck statt. 12 Schüler/innen setzten sich dabei unter der Leitung von zwei Referenten mit den Themen Alkohol, Drogen, Sucht und dem deutschen Gesundheitssystem auseinander. Da es anders als bei früheren Seminaren keine Reise zu den suchttherapeutischen Bauernhöfe der „Fazenda da Esperança“ gab, wurde in den beiden Tagen in der Kommende Dortmund umso intensiver gearbeitet.

Unter dem Motto „Play Fair“ wurde am ersten Tag in lebhaften Diskussionen deutlich, dass Genuss, Gewohnheit und Sucht viele Gemeinsamkeiten aufweisen und eine strikte Trennung kaum möglich ist. In Gruppenarbeiten wurden Risiken und Gefahren von Nikotin, Alkohol und Drogen erarbeitet und es wurden verschiedene Arten von Sucht herausgearbeitet.

Am Nachmittag folgte dann für viele Schüler/innen der beeindruckendste Teil: Zwei Bewohner der „Fazenda da Esperança“ schilderten eindrucksvoll von ihren Erlebnissen im Zusammenhang mit dem Thema Sucht. Sie erzählten über ihren Drogenkonsum und wie sie ihre gesamte Lebensgrundlage, ihre Familie und ihr Geld verloren haben. Sie berichteten aber auch über ihr Leben im Kloster Mörmter in der Nähe von Xanten, dort leben sie zurzeit mit zehn „Brüdern“. Im Mittelpunkt ihres Lebens stehen nicht mehr der Drogenkonsum, sondern die Leitworte Gemeinschaft, Arbeit und Spiritualität.

Mit diesen Erzählungen im Kopf, ging es am nächsten Tag weiter. Mit Hilfe eines Films zum Thema Alcopops, wurde die Sicht vieler jugendlichen auf Alkoholkonsum dargestellt, in Rollenspielen wurden Situationen erarbeitet und vorgespielt, die zum Drogenmissbrauch führen können, und in einem Quiz konnten die Teilnehmer/innen ihr erlerntes Wissen unter Beweis stellen.

Auf Basis dieses Wissens wurde zum Abschluss das deutsche Gesundheitssystem unter die Lupe genommen und es wurde deutlich, dass nicht nur die finanzielle Unterstützung und die staatlichen Hilfsprogramme zur Bekämpfung von Suchtproblemen wichtig sind. Die Unterstützung durch die Familie, von Freunden und besonders präventive Maßnahmen sind die effektivsten Mittel, um Suchtproblemen vorzubeugen.

Das Seminar zum Thema Suchtprävention hat so hoffentlich eine gute Grundlage gelegt, dass die Teilnehmer/innen gar nicht erst in die Versuchung kommen, die Erfahrungen der Besucher von der „Fazenda da Esperança“ selbst auszuprobieren!