Jahresarchiv: 2018

Welches ist Ihr Lieblings-Projekt?

„Verhältnis von Ökonomie und Ethik kritisch hinterfragen“

Seit dem 1. Oktober ist Charlotte Bachmair die neue beneVolens Referentin für den Bereich Wirtschaftsethik an Schulen. Sie übernimmt die Stelle von Jana-Maria Keine. Im Interview spricht sie über ihre Motivation, ihre Ideen für das Projekt und stellt klar, warum Wirtschaftsethik wichtig ist.

Was hat Dich dazu bewogen, Dich für die Projektstelle bei beneVolens zu bewerben?

Ich sehe hier die Chance, jungen Erwachsenen zu vermitteln, dass unsere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht fest sind, sondern dass jede Wirtschaftsordnung weiterentwickelt werden kann. Ich möchte sie dazu motivieren nicht nur ökonomisch zu denken, sondern eine ethische und verantwortungsbewusste Haltung zu entwickeln.

Warum sollte deiner Meinung nach das Thema Wirtschaftsethik an Schulen behandelt werden?

In unserer ökonomisch denkenden Gesellschaft ist es wichtig, den Jugendlichen moralische Urteils- und Handlungskompetenzen an die Hand zu geben.  So können sie das Ver­hältnis von Ökonomie und Ethik kritisch hinterfragen und selbstständig Handlungs­alternativen finden. Das Projekt „Wirtschaftsethik an Schulen“ kann sie dabei anleiten, die Folgen ihres eignen Verhaltens und das der anderen für die Gesellschaft zu reflektieren.

Welchen besonderen Schwerpunkt möchtest du setzen? Welches Thema liegt dir am Herzen?

Mir persönlich ist die ökologische Ebene der Nachhaltigkeit besonders wichtig. Die Umweltbelastungen unseres ökonomischen Handelns zerstören sowohl die Lebensgrundlagen heutiger als auch nachfolgender Generationen. Das Projekt kann den Jugendlichen Denkanregungen und Entscheidungshilfen für das wertorientierte und nachhaltige Verhalten im ökonomischen und ökologischen Kontext geben.

Welche Herausforderungen und Schwierigkeiten siehst Du im Projekt „Wirtschaftsethik an Schulen“?

Es gibt bisher kein systematisches und umfassendes Angebot für die Unterrichtsgestaltung von Wirtschaftsethik. Daher werde ich als erstes schülergerechtes Material zusammenstellen und entwerfen.
Hinzu kommt, dass wirtschaftsethische Probleme nicht selten aufgrund ihrer Komplexität unübersichtlich sind. Meist gibt es nicht nur eine richtige Lösung, sondern man muss in einer Dilemma-Situation zwischen Individualwohl und Gemeinschaftswohl abwägen. Die Auseinander­setzung mit solchen Problemen erfordert von den Jugendlichen eine kritische Grundhaltung und die Fähigkeit, ihre eigenen Denkstrukturen zu reflektieren. Das wird manchmal durchaus anstrengend und unbefriedigend sein.

Welche Erfahrungen hast Du bisher in der außerschulischen Jugendbildung sammeln können?

Als pädagogische Teamerin bei einem Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe habe ich bereits Bildungsangebote mit Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Jahrgänge aus allen Schulformen durchgeführt. Die Behandlung unterschiedlicher Themenbereiche wie Geschichte, Natur, „Lernen lernen“  oder Teambuilding forderte dabei stets ein hohes Maß an Flexibilität. So lernte ich immer wieder Neues, sowohl auf thematischer als auch auf menschlicher Ebene.

Was findest Du das Interessante und Besondere an der Arbeit von beneVolens?

Ich finde es bemerkenswert mit welchem Einsatz und welcher Vielfalt Jugendliche bei beneVolens auf ihrem Weg zu selbstbewussten und selbstbestimmten Menschen wertgeschätzt und gefördert werden. Insbesondere sozial schwache Jugendliche auf diesem Weg zu begleiten ist eine wichtige Voraussetzung für ihre gesellschaftliche Teilhabe.


Charlotte Bachmair absolvierte ihr Lehramtsstudium in den Fächern Mathematik und katholische Theologie. Während des Studiums führte sie als Teamerin pädagogische Bildungsangebote mit Kindern und Jugendlichen durch. In den Wintermonaten organisierte sie Skireisen für Studenten und Familien. Seit dem 1. Oktober 2018 arbeitet sie für beneVolens als Referentin für das Projekt „Wirtschaftsethik an Schulen“.

 

Große Spende für das Soziale Seminar

Stiftung ProFiliis unterstützt beneVolens

Seit der Gründung von beneVolens im Jahre 2009 konnte unser Projekte Soziale Seminar nach und nach ausgebaut werden. Mittlerweile nehmen jährlich knapp 100 Jugendliche an fünf Schulen daran teil. Angefangen hat das Soziale Seminar, damals noch in Kooperation mit dem Sozialinstitut Kommende Dortmund, vor über 40 Jahren an der Katholischen Hauptschule Husen.

Um das Soziale Seminar an der Katholischen Hauptschule Husen fortzuführen, hat die Dortmunder Stiftung „ProFiliis“ 3900 Euro gespendet. Der Scheck wurde diese Woche von Herrn Thomas Schieferstein von Pro Filiis stellvertretend an den aktuellen Jahrgang des Sozialen Seminars übergeben. Neben den Jugendlichen war die Schulleiterin Claudia Sutherland, Schulseelsorger Ansgar Eikelmann sowie die beneVolens Referentin Maja Brockmann und Robert Kläsener, Kommende-Referent für politische Bildung, anwesend. 


Die Ende 2008 ins Leben gerufene gemeinnützige Stiftung „ProFiliis“ aus Dortmund hat es sich zum Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche zu fördern und zu unterstützen. Die Stiftung engagiert sich im In- und Ausland, hat ihren geografischen Förderschwerpunkt aber in Dortmund. Im vergangenen Jahr wurden 52 Projekte – 49 davon in Dortmund – gefördert.

Ökonomische Bildung

BeneVolens erweitert den Bereich Wirtschaftsethik

Mit einem neuen Pilotprojekt will die Stiftung beneVolens ihren Bereich Wirtschaftsethik und ökonomische Bildung stärken. Seit rund einem Jahr wurde dafür ein Konzept entwickelt. Dieses wird nun schrittweise an unserer neuen Partnerschule, dem Mariengymnasium in Arnsberg, eingeführt und getestet.

Bereits im vergangenen Schuljahr wurden dafür betriebliche Praktika ausgewertet. Dieses Schuljahr folgen erste Projekttage und Arbeitsgemeinschaften zum Thema Wirtschaft (Infos und Berichte folgen). Neben der thematischen Grundlagenvermittlung werden Planspiele und Gruppendiskussionen im Mittelpunkt stehen. Das Projekt soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. 

BeneVolens geht dabei im Einklang mit den neuen Plänen der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die ebenfalls den Bereich Wirtschaft im schulischen Kontext stärken will. Entgegen der ökonomsichen Standardbildung wird in unseren Projekten der Fokus jedoch auf Wirtschaftsethik und fairen ökonomischen Handeln liegen.

Die Stiftung kann dabei auf die Erfahrungen des bisher sehr erfolgreichen Projekts Entrepreneurship zurückgreifen. Das Projekt, bei dem die Jugendlichen ein eigenes Unternehmen gründen und ein Produkt – aktuell eine Seife – herstellen, geht zum neuen Schuljahr 2018/2019 in die dritte Runde.

 

 

Neue Partnerschule

Das Soziale Seminar gibt es schon seit über 40 Jahren. Und nachdem die Stiftung beneVolens das Projekt vom Sozialinstitut Kommende Dortmund im Jahre 2009 übernommen hat, konnte das Soziale Seminar an vielen weiteren Schulen angeboten werden.

Zum Schuljahr 2018/2019 kommt nun die nächste Schule hinzu: Die Peter-Weiss Gesamtschule in Unna. Damit wird das Soziale Seminar aktuell an fünf Schulen rund um Dortmund angeboten. Insgesamt nehmen knapp 100 Jugendliche an dem einjährigen Kurs teil, bei dem sie auf der einen Seite für wichtige gesellschaftliche und politische Fragen sensibilisiert und auf der anderen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und ihrem Selbstvertrauen gestärkt werden.

Trotz der jahrelangen Erfahrung ist beneVolens Projektorganisator Dennis Dyka aufgeregt:

„Es ist immer viel Arbeit, dass Soziale Seminar an einer neuen Schule einzuführen. Aber wir freuen uns auch darauf, mit der Peter-Weiss Gesamtschule einen neuen Partner für die nächsten Jahre gewinnen zu können.“ (Dennis Dyka, Projektorganisator)

Start der beneVolens Projekte

Die Sommerferien sind nicht nur für Jugendliche eine Zeit der Erholung und des Kräfte sammelns, sondern ebenso für die Stiftung beneVolens. Doch pünktlich zum neuen Schuljahr starten auch die beneVolens Projekte und Seminare.

Neuer Kooperationspartner für das Soziales Seminar

Auch im neuen beneVolens Jahr findet das Soziale Semianr an der Katholischen Hauptschule Husen, der Gesamtschule Scharnhorst, der Emscherschule Aplerbeck und der Städtischen Hauptschule Kamen statt. Außerdem konnte die Peter-Weiss-Gesamtschule in Unna für das Soziale Seminar gewonnen werden. Somit setzt die Stiftung beneVolens ihren Wachstumskurs der letzten Jahre stetig fort.

Den Auftakt des Sozialen Seminars bildet die Projektreihe Null Bock auf Politik ab Anfang September. Ebenfalls im September startet das erste Globalisierungsseminar an der Katholischen Hauptschule Husen. Dieses wird, neben den weiteren Soziales Seminar-Schulen, später auch an der Heinrich-Böll Gesamtschule durchgeführt.

Unser langjähriges Projekt Ausbildungspatenschaften wurde zum Schuljahr 2018/2019 zum Projekt Berufliche Kompetenzen umgewandelt. Da es an der Katholischen Hauptschule Husen nun einen professionellen Ausbildungs-Trainer gibt, werden den Jugendlichen zuindest vorerst keine Ausbildungspaten mehr zur Seite gestellt. Das Kompetenz-Training, welches schon in den letzten Jahren die Ausbildungspatenschaft und die Praktika ergänzt hat, wird zum Kern des Projekts.

Fortsetzung erfolgreicher Projekte

Anfang Oktober findet das erste Treffen des Deutsch-Polnisches Seminars statt. Jugendliche der Katholischen Hauptschule Husen werden nach Polen reisen und dort polnische Jugendliche aus St. Annaberg treffen. Der Gegenbesuch ist für den Frühling 2019 geplant.

Außerdem startet das Projekt Soziale Berufe in eine Runde. Bei dem Projekt werden die Jugendlichen auf ein Praktikum im sozialen Bereich, beispielsweise in der Altenpflege, vorbereitet.

Die Suchtpräventionsseminare, bei denen die Jugendlichen einen der Bauernhöfe der Fazenda da Esperanca besuchen, stehen dann im Frühjahr 2019 an.

Schwerpunkt Wirtschaft

Das mit dem Schulpreis Wirtschaftswissen ausgezeichnete Projekte Entrepreneurship an der Städtischen Hauptschule Kamen wird auch im kommenden Schuljahr fortgesetzt. Hinzu kommt Mitte September ein zweitägiges Blockseminar zum Thema Wirtschaftsethik am Mariengymnasium in Arnsberg.

Da das Thema Wirtschaft auch innerhalb des Sozialen Semians behandelt wird, setzt die Stiftung beneVolens nun einen klarer Schwerpunkt auf das Thema Wirtschaft. Dieser Schwerpunkt soll in der kommenden Zeit ausgebaut werden.

 

Referentenschulung 2018

Referentenschulung 2018

Was macht die beneVolens Seminare  im Vergleich zum Schulunterricht so besonders? Praktische Planspiele, interaktives Lernen, eine lockere Atmosphäre… und besonders unsere jungen und engagierten Referenten, die nur ein wenig älter als die Jugendlichen selbst sind. In einer eigenen Schulung wurden vor kurzem neue Referenten an die Methodik und Arbeitsweise von beneVolens herangeführt.

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In der Fortbildung wurden zum einen typische erlebnispädagogische Übungen von beneVolens erlernt. Daneben gab es theoretische Einführungen zur Zielgruppe und Haltung, mit der wir unsere Arbeit machen sowie praktische Beispiele zur konstruktiven Konfliktlösung mithilfe gewaltfreier Kommunikation.

 

Die Stiftung beneVolens bietet regelmäßig neue Referentenschulungen an. Die sind überrings kostenlos! Wer Lust hat, selbst bei beneVolens als Referent mitzumachen, kann sich gerne unter info@benevolens.de melden. Da gibt’s dann alle Infos zur nächsten Schulung.

 

Stifterforum 2018

Stifterforum 2018

Traditionell findet nach der feierlichen Übergabe der Diplome und Zertifikate an die Teilnehmenden der beneVolens Projekte (hier klicken, um mehr zu lesen), das Stifterforum statt. Im Zentrum des diesjährigen Stifterforums, zu dem besonders unsere langjährigen Unterstützer und Freunde der Stiftung eingeladen werden stand unser Projekt Entrepreneurship, welches seit 2016 an der Städtischen Hauptschule Kamen durchgeführt wird und das mit dem Ersten Platz des Schulpreises Wirtschaftswissen der IHK zu Dortmund ausgezeichnet wurde.



Außerdem informierte der Vorsitzende der Stiftung beneVolens, Erich G. Fritz, über die positive Entwicklung der Stiftung in den vergangenen Jahren.

Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken, ihnen wertschätzend zu begegnen und neue Lebensperspektiven zu eröffnen, ist der Leitgedanke der Bildungsprojekte (Erich G. Fritz, Vorsitzender der Stiftung beneVolens und ehemaliges Mitglied des Bundestags)

Diplomverleihung 2018

Diplomverleihung

Die Diplomverleihung bildet traditionell den feierlichen Abschluss der zahlreichen Seminare und Projekte der Stiftung beneVolens. Rund 100 Jugendlichen der Emscherschule Aplerbeck, der Katholischen Hauptschule Husen, der Gesamtschule Scharnhorst und der Städtischen Hauptschule Kamen wurden ihre Zertifikate und Diplome überreicht.

Im gesamten Schuljahr haben sich die Jugendlichen mit sozialen Themen unserer Zeit auseinandergesetzt. Die TeilnehmerInnen des Sozialen Seminars beschäftigten sich beispielsweise mit den Feldern Migration und Flucht, Ökologie und Nachhaltigkeit oder mit der Bedeutung von Arbeit und Arbeitslosigkeit.

Mit den Sozialen Seminaren stärken wir benachteiligte Jugendliche in ihrer Persönlichkeit und ermöglichen Ihnen sich als Teil unserer Gesellschaft einzubringen (Robert Kläsener, Referent für politische Bildung der Kommende Dortmund)

Gemeinsam erarbeiteten sie in jeweils zwei Stunden wöchentlich, wie die Menschen besser miteinander und in der Gesellschaft umgehen könne und warum Grundwerte wie Gemeinwohl, Solidarität und Gerechtigkeit wichtig für das Zusammenleben sind.

Für die TeilnehmerInnen des Entrepreneurship-Seminars stand das Thema Wirtschaft im Zentrum. Gemeinsam mit dem Kosmetikhersteller La mer Cosmetics AG aus Cuxhaven haben sie ein eigenes Unternehmen gegründet und  eine Seife hergestellt und verkauft. Realitäts- und praxisnah teilten sich die Nachwuchsmanager nach ihren persönlichen Stärken und Eigenschaften ein und entwickeln sich so bestmöglich weiter. Ergänzend lernen sie die Grundzüge des Wirtschaftssystems und des Unternehmensmanagements kennen.


 

 

Czesc przyjacielu – Hallo Freunde

Völkerfreundschaft. Völkerverständigung. Kultereller Austausch.

Was diese Wörter bedeuten, haben eine Woche lang 40 Jugendliche aus Deutschland und Polen erlebt. Bereits im Herbst 2017 die Jugendlichen der Katholischen Hauptschule Husen zu Besuch im polnischen Zabrze, nun stand der Gegenbesuch an. Anders als bei normalen Schüleraustauschen, setzen sich die Jugendlichen in diesem Projekt jeweils mit einem spezifischen Thema auseinander. Die gesamte Woche beschäftigen sie sich mit der Armut in Europa und jagten dabei der Frage nach, wie sie gemeinsam eine gerechte und solidarische Zukunft gestalten können. Das Thema ist, angesicht der zunehmend frostiger werdenden Beziehungen auf europalitischer Ebene der beiden Länder, bewusst gewählt.

Um der Frage nachzugehen, besuchten sie gemeinsam soziale Intiativen und Einrichtungen in Dortmund wie das „Gasthaus statt Bank“ oder sprachen mit jungen geflüchteten Männern. Durch erlebnispädagogische Spiele konnten sie sich selbst in die Rolle von armen Menschen hineinversetzen und ihre Situation nachempfinden und blickten dabei auch über den europäischen Tellerrand hinaus, wie beim Tütenkleben oder beim Kaffeeparcours.

Wichtiger noch als die Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements war das Knüpfen von engen Freundschaften. Indem die Jugendlichen aus Polen und Deutschland einander kennenlernten, konnten sie bestehende Vorzuteile abbauen und so wirklich die Zukunft Europas gestalten.


Bereits zum siebten Mal haben die Kommende Dortmund und die Stiftung beneVolens das Projekt Gemeinsam die Zukunft gestalten durchgeführt. Mehr Infos zum Projekt gibt es hier.

Unsere polnischen Freunde haben ein Video über ihren Besuch in Dortmund gemacht: