Jahresarchiv: 2020

beneVolens erhält Förderpreis des Dortmunder Stiftungstags

Die Stiftung beneVolens hat den Förderpreis des Dortmunder Stiftungstags erhalten. Ausschlaggebend für die Jury war dabei besonders das Engagement der Stiftung zum Abbau von Chancenungleichheiten im Bildungssystem. Wie etwa durch das Projekt Soziale Seminar.

Übergeben wurde der mit 3.000 Euro dotierte Preis durch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Dieser zeigte sich begeistert von der Arbeit der Stiftung und verwies auf deren Relevanz für die Stadt: „Soziale Schieflagen werden oft vererbt, nicht absichtlich, aber faktisch. Viele Kinder, gerade in der Nordstadt Dortmunds, brauchen Hilfe, Paten und Mentoren auf ihrem Weg durch das Bildungssystem. Hier tut sich einiges und es gibt bereits tolle Projekte, doch noch so viel mehr Bedarf“. Zudem hob Sierau hervor, dass beneVolens als eher kleinere Stiftung mit wenig Kapital sehr viel erreicht.

Erich G. Fritz, Vorsitzender der Stiftung beneVolens, bedankt sich für den Förderpreis.
Erich G. Fritz, Vorsitzender der Stiftung beneVolens, bedankte sich auf dem 4. Dortmunder Stiftungstag für die Auszeichung. Foto: Kristina Malis/ Dortmunder Stiftungstag

Die Jury war außerdem angetan von den weiteren Projekten der Stiftung, wie dem vor zwei Jahren gegründeten Projekt Wirtschaftsethik an Schulen oder dem Projekt Entrepreneurship – Hauptschüler als Unternehmer. Hier äußerste Oberbürgermeister Sierau den Wunsch, das Projekt, welches aktuell an einer Kamener Schule stattfindet, auf eine Dortmunder Schule zu erweitern.

Die Auszeichnung an die Stiftung beneVolens wurde im Rahmen des 4. Dortmunder Stiftungstags am 28. Februar 2020 vergeben. Rund 150 Akteurinnen und Akteure der Dortmunder Stiftungslandschaft waren zuvor in der Sparkassenakademie NRW am Phoenix-See zusammengekommen. Ziel war es sich zu vernetzen und fachlich auszutauschen.

Einen ausführlichen Bericht und weitere Bilder zur Vergabe des Förderpreises finden Sie auf der Seite des Dortmunder Stiftungsportals.

Musicalprojekt 2019

„Mitten in einer durcheinadergewirbelten Welt fühlen wir uns, als würden wir nur im Kreis laufen. Leere Versprechen und leere Worte lassen und hungrig auf etwas neues zurück“ – „Doch wir müssen jetzt aufdrehen und für das aufstehen, an das wir glauben“.

Diese übersetzten Zeilen stammen aus dem Lied „Turn it up“. Ende 2019 fand, nach einem Jahr Pause, erneut ein Musical-Projekt der Stiftung beneVolens statt. Gemeinsam mit 15 Künstlerinnen der Internationalen Art Performing Group GenVerde haben rund 170 Jugendliche der Heinrich-Böll-Gesamtschule aus Dortmund das Rock-Konzert „Start Now“ auf die Beine gestellt. Die Band GenVerde setzt sich durch ihre Projekte für eine Verständigung und Frieden zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und sozialen Schichten ein.

Gesang statt Geometrie

Im Vorfeld des Konzerts hatten sich die Jugendlichen drei Tage lang in unterschiedlichen Workshops auf ihren großen Auftritt vorbereitet. Statt Deutsch und Mathe zu büffeln, studierten sie Tänze ein, übten die ihnen unbekannten Lieder oder trainierten ihr Rhythmusgefühl mit Hilfe von Trommeln und Schlagstöcken. Dabei kamen oftmals unentdeckte Fähigkeiten zum Vorschein. So konnten die Jugendlichen, von denen manche durch schlechte Schulleistungen schon früh vom Leben enttäuscht sind, über sich hinauswachsen und durch ihre neu entdeckten Talente Selbstbewusstsein sammeln.

Daran anknüpfend betonten die Künstlerinnen von GenVerde immer wieder, dass die Jugendlichen im Leben mutig sein sollen und dabei sind, gemeinsam etwas Großes zu schaffen.

Manche Aufgaben, wie ein ganzes Konzert innerhalb weniger Tage einüben und aufführen, können nur gelingen, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht und sich nicht durch Hindernisse, Schwierigkeiten und Streitigkeiten aufhalten lässt. Besonders nicht von Streitigkeiten, welche Unterschiede zwischen verschiedenen Menschen in den Mittelpunkt stellen.

An diesen Apell knüpft auch das Konzert selbst an. Das Konzert drehte sich um die Erfahrungsberichte von Flüchtlingen und Reisenden, die von Ungerechtigkeiten und sinnloser Gewalt auf der ganzen Welt erwählen. Besonders die persönlichen Erfahrungsberichte der Künstlerinnen von GenVerde haben die Jugendlichen emotional berührt.

Auch die Zuschauer in der gut gefüllten Sporthalle der Heinrich-Böll-Gesamtschule waren am Ende sichtlich begeistert. Deren Applaus und Zustimmung vermittelte den Jugendlichen ein Gefühl der Wertschätzung und stärkte sie, neben den neu entdeckten Talenten, zusätzlich in ihrem Selbstvertrauen.

Manfred-Fischer-Stiftung unterstützt Wirtschaftsethik-Projekt

Die Stiftung beneVolens und die Kommende Dortmund führen gemeinsam das Pilotprojekt Wirtschaftsethik an Schulen durch. Es befindet sich aktuell in einer Pilotphase und besteht aus verschiedenen Teilprojekten. Dazu zählen Workshops, thematische Unterrichtblöcke und mehrtägige Seminareinheiten und Planspiele. Diese Blöcke werden seit anderthalb Jahren an einer Schule in Arnsberg entwickelt und erprobt.

Das Projekt hat zum Ziel, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Funktionsweise unseres aktuellen Wirtschaftssystems nahezubringen und sie zur Reflexion über dessen Probleme und Hindernisse anzuregen. Kern des Projekts ist die Frage, wie die ethischen Aspekte der katholische Soziallehre mit unserer Wirtschaft in Verbindung gebracht werden können.

Unternehmerisches Denken und Handeln fördern

Die Manfred-Fischer-Stiftung der Westfälischen Kaufmansgilde e.V. findet diese Ziele unterstützenswert und fördert das Projekt Wirtschaftsethik an Schulen mit 6.500 Euro. Laut eigener Angaben will sie dadurch das unternehmerische Denken und Handeln in gesellschaftlicher Verantwortung fördern.

Man hoffe auch in Zukunft darauf, die kaufmännische Ausbildung auf allen Bildungebenen, von der Schule bis zur Universität, im bisherigen Umfang unterstützen zu können, betonte F. Peter Schmitz, Vorsitzender der Manfred-Fischer-Stiftung bei der Spendenübergabe. Dafür bedürfe es aber engagierter Initiativen wie dem Projekt Wirtschaftsethik an Schulen.

Jugendliche als wütende Arbeiter – Teil eines Planspiels im Projekt Wirtschaftsethik an Schulen zum Thema Digitalisierung und Arbeitsplatzverlust. Foto: beneVolens

Zuvor hatte Prälat Peter Klasvogt, Direktor der Kommende Dortmund und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung beneVolens, dem Vorstand der Manfred-Fischer-Stiftung von bisherigen Erfolgen und dem Verlauf der Pilotphase berichtet. Zusammengefasst sagte er, dass die Jugendlichen positiv auf das Bildungsangebot reagieren und es sich lohnen würde, schon frühzeitig in der Schule mit ökonomischer Bildung zu beginnen. Besonders an dem Projekt sei, dass die Schülerinnen und Schüler dabei ihr eigenes wirtschaftsliches Handeln als Konsumenten hinterfragen.

Aktuell werden weitere thematische Bausteine für das Projekt Wirtschaftsethik an Schulen entwickelt. Langfristiges Ziel ist es, ein jahrgangsübergreifendes Curriculum zu entwickeln, um das Projekt auf weitere Schulen auszuweiten.

F. Peter Schmitz (4.v.l), Vorsitzender der Manfred-Fischer-Stiftung, überreicht Prälat Peter Klasvogt (4.v.r) die Spendenurkunde in Höhe von 6500 Euro
F. Peter Schmitz (4.v.l), Vorsitzender der Manfred-Fischer-Stiftung, überreicht Prälat Peter Klasvogt (4.v.r) die Spendenurkunde in Höhe von 6500 Euro. Foto: Manfred-Fischer-Stiftung.

Zwischen Goethe und Buchenwald

Weimar – Wahlheimat von Dichtern und Literaten wie Goethe und Schiller, Geburtsort der ersten richtigen deutschen Demokratie sowie des Bauhaus-Stils der Kunst und Architektur, aber auch Stätte des größten Konzentrationslagers auf deutschem Boden. Wenige Städte in Deutschland bündeln so viel Geschichte auf so kleinem Raum wie Weimar.

Anfang Feburar wird sich die neunte Klasse der Sekundarschule Wickede (Ruhr) – inklusive des gesamten Sozialen Seminars der Schule – auf den Weg in die thüringische Universitätsstadt machen, um dort hautnah deutsche Geschichte zu erfahren. Im Zentrum der vier Projekttage – von denen zwei in Weimar selbst verbracht werden – steht die Bedeutung einer Verfassung für die Demokratie.

Besuche von KZ-Gedenkstätten haben bei beneVolens-Tradition – sie sind fester Bestandteil des deutsch-polnischen Seminars, welches hier Auschwitz besucht. Foto: beneVolens.

Was regelt unsere Verfassung und wieso ist sie überhaupt wichtig? Was bedeuten Prinzipien wie Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie? Und was passiert – am Beispiel der Weimarer Republik in den 1930er Jahren – wenn diese Verfassungsprinzipien eingeschränkt oder außer Kraft gesetzt werden? Mit solchen Fragen werden sich die Jugendlichen beschäftigen.

Neben Planspielen und erlebnispädagogischen Übungen steht dabei ein Stadtrundgang durch Weimar sowie ein Besuch der Gedenkstätte des KZ Buchenwald auf dem Programm. Auch die persönliche Rolle und die eigene Verantwortung in der Gesellschaft soll besprochen und reflektiert werden.

Mensch – Du hast Rechte!

Die Stiftung beneVolens hat das Projekt „Recht und Würde“, welches noch bis Anfang März im Dortmunder U besichtigt werden kann, unterstützt. Konkret stellt das Projekt eine Plakatkampagne dar, die sich um die 30 Artikel der allgemeinen Menschenrechte dreht.

Dafür haben sich im Vorfeld verschiedene gesellschaftliche Gruppen – insgesamt rund 160 Dortmunderinnen und Dortmunder – szenisch und fotographisch mit den Menschenrechten beschäftigt – und jeweils überlegt, wie diese anhand von Plakaten dargestellt werden können.

Foto: Selfiegrafen

beneVolens ermöglicht SchülerInnen Projektteilnahme

Durchgeführt wurde das Projekt von von LAG Kunst & Medien NRW e.V., der Initiative Selfiegrafen/Iris Wolf und Jörg Meier und der UZWEI im Dortmunder U.

Herausgekommen ist eine Ausstellung, die noch bis zum 01.März 2020 im Dortmunder U besichtigt werden kann. Einen spannenden Einblick in das Projekt bietet zudem ein zwölfminütiger Dokumentationsfilm.

Unter den 160 Dortmunderinnen und Dortmundern waren auch Schülerinnen und Schüler der Emscherschule Aplerbeck. Diesen hat die Stiftung beneVolens durch eine finanzielle Unterstützung die Teilnahme am Projekt Recht und Würde ermöglicht.