#Fastenimpuls 2018

Gesammelte wöchentliche Fastenimpulse

Millionen von Deutschen fasten zur Zeit. Die einen verzeichten auf Fleisch, die anderen auf Alkohol. Wieder andere haben sich vorgenommen, bis Ostern auf das Smartphone zu verzichten oder ohne Plastik zu leben. Die Fastenzeit ist eine intensive Zeit. Eine bewusste Zeit, in welcher die ganze Gesellschaft probiert, einen Gang zurück zu fahren und zu überlegen:“ Was machen wir hier eigentlich?“
Passend dazu gibt beneVolens wöchentliche thematische Impulse zu den verschiedenen Themen der Stiftung.

#Fastenimpuls Nr. 1

Foto: Pixapay.com / Nutzer: bertvthul

Aschermittwoch stellt den Beginn der Fastenzeit dar. In 40 Tagen, an Ostern, feiern wir die Auferstehung von Jesus Christus. Traditionell treffen sich immer heute viele politischen Parteien und reden darüber, was im Moment in Deutschland los ist

Aber nicht nur dort wird über Politik geredet, sondern überall. In der Bahn, in der Schule, auf der Arbeit oder ganz privat mit Freunden. Und das ist gut so. Eine Demokratie lebt davon, dass es unterschiedliche Meinungen gibt und man darüber redet, was wohl am besten sein könnte.

So unterschiedlich die Meinungen auch sein mögen, Demokratie bedeutet viel mehr, dass wir trotzdem alle gleich sind. Wir haben die gleichen Rechte. Niemand sollte wegen seiner Herkunft, seines Aussehens oder seiner Religion diskriminiert werden. Und alle sollten die gleichen Chancen haben, ihr Leben so zu leben, wie sie es möchten. Ansonsten wäre das ziemlich ungerecht.

Manchmal kann es auch in einer Demokratie ziemlich ungerecht zugehen. Auch in Deutschland. Doch manchmal hilft es, sich die Demokratie als ganz große Gemeinschaft oder Familie vorzustellen. Auch dort läuft vieles besser, wenn man sich gegenseitig hilft und unterstützt. Denn gemeinsam können wir viel erreichen. Warum nicht gleich jetzt, zu Beginn der Fastenzeit, damit anfangen?

#Fastenimpuls Nr. 2

Foto: Pixapay.com / Nutzer: Quangpraha

Eigentlich müsste ich ziemlich neidisch sein. Neidisch auf die ganzen Produkte die mich umgeben. Denn die allermeisten Sachen, mit denen ich heute etwas gemacht habe, haben schon mehr von der Welt gesehen, als ich. Meine Uhr kommt aus China, meine Schuhe aus Vietnam. Mein morgendlicher Kaffee kommt aus Kolumbien, die Banane aus Brasilien und mein Rucksack aus Taiwan. Alles wahre Weltenbummler. Ich allerdings bin ich diesen Ländern noch nie gewesen. Trotzdem besitze ich jede Menge Produkte, die von dort stammen.

Stellen wir uns vor, wir würden an alles, was wir benutzen wollen, ein kleines Fähnchen mit dem Herkunftsort stecken. Sofort wäre unser Leben ein ganzes Stück bunter. Wahrscheinlich würde die halbe Welt in unseren vier Wänden vertreten sein. Die halbe Welt zuhause – das schafft nur die Globalisierung.

Doch meistens denken wir nicht so. Uns ist egal, woher die Dinge kommen, die wir im Supermarkt kaufen. Wir verdrängen, unter welchen Umständen Menschen anderswo arbeiten müssen, damit wir Kleidung kaufen können. Die Globalisierung hat eben auch Nachteile.

Statt Produkte aus der ganzen Welt zu uns zu holen, sollten wir lieber selbst die Welt bereisen. Uns anschauen, wie die Menschen in anderen Teilen der Welt leben. Wie sie arbeiten. Was für Produkte sie benutzen. Und was sie von der Welt denken und halten. Erst dann können wir viel besser verstehen, wie deren Produkte zu uns nach Hause kommen. Und was für einen Weg sie hinter sich haben.

#Fastenimpuls 3

Foto: pixabay.com
Nutzer: cocoparisienne

In den letzten Monaten wurde viel darüber gestritten, was fremd ist und was nicht. Und wie mit dem Fremden umgegangen werden soll. Diese Diskussion wird noch einige Zeit weitergehen.

Jede und jeder von uns ist auf eine gewisse Art aufgewachsen und erzogen worden. In manchen Situationen wird uns warm ums Herz, in anderen fühlen wir uns unwohl. Bei manchen Sachen haben wir einfach ein gutes, vertrautes Gefühl, andere sind uns fremd. Das betrifft auch das Verhalten und Auftreten von Menschen, die anders erzogen wurden als wir oder gar von ganz woanders herkommen.

Manche Menschen in unserer Gesellschaft finden das Fremde und Unvertraute aufregend und spannend. Andere möchten sich davon distanzieren, weil sie sich in einer vertrauten Umgebung wohler fühlen. Denn so unterschiedlich die verschiedenen Gesellschaften und Kulturen sind, so verschieden sind auch die Menschen innerhalb dieser.

Dabei sollten wir aber eins nicht vergessen: Egal wie unterschiedlich wir sind, egal was für Differenzen zwischen uns liegen, jede und jeden von uns verbinden dennoch Gemeinsamkeiten. Diese Gemeinsamkeiten sind manchmal auf den ersten Blick nicht sichtbar. Die Differenzen oft schon. Daher ist es umso wichtiger, mit anderen Menschen zu reden. Mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sie kennezulernen. Niemand erwartet, dass man sich mit allen anfreundet.

Im Gespräch mit anderen kommen aber oft unerwartete Aspekte zu Tage. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass das für alle Richtungen gilt. Für die uns zunächst unvertrauten Menschen, wie Flüchtlinge oder andere Ausländer. Aber auch für die, die eine andere Einstellung gegenüber diesen Menschen haben als wir.

Auf diesen Gemeinsamkeiten sollte, bei allen Differenzen, jede Art von Diskussion beruhen. Denn schlussendlich baut unser gesellschaftliches Miteinander und der Friede innerhalb und außerhalb unserer Gesellschaft auf den geteilten Werten und Einstellungen auf. Und nicht auf unseren Differenzen.