Jahresarchiv: 2019

Arbeiter vs. Roboter: Wie Jugendliche mit wirtschaftsethischen Fragen umgehen

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Planspiel zum Thema Wirtschaftsethik und Digitalisierung

Stellen Sie sich vor, Sie sind bei einer Firma angestellt und leisten gute Arbeit. Dem Unternehmen geht es blendend, es fährt seit Jahren Gewinne ein. Auch, weil das Lohnniveau aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit in der Region recht niedrig ist. Doch die Geschäftsführung plant langfristig. Und will nun eine Handvoll Roboter kaufen, um in Zukunft Kosten zu sparen. Sie werden dadurch überflüssig. Verlieren ihren Job. Was machst Sie? Wie geht die ganze Geschichte aus?

Genau vor diesem Szenario standen Mitte September die Jugendlichen der Jahrgangsstufe EF des Mariengymnasiums in Arnsberg. Als Teil eines Planspiels wurden sie in fünf verschiedene Gruppen eingeteilt – betroffene Arbeiter, die Geschäftsleitung, Betriebsrat, Vertreter des Roboter-Herstellers und Pressevertreter. Gemeinsam mussten sie eine Lösung für diese Dilemma-Situation finden.

Vor den Diskussionen über das für und wider der Roboter stand zunächst ein Theorieteil: Was macht eigentlich ein Betriebsrat? Welche Rechte haben die betroffenen Arbeiter? Welche Pflichten hat die Geschäftsführung und wem gegenüber müssen sie Rechenschaft ablegen?

Verhandlungen wie im echten Leben

Mit Wissen gestärkt ging es dann in die Verhandlungen zwischen den verschiedenen Fraktionen. Hier zeigte sich schnell, dass die Jugendlichen allesamt den Interessenkonflikt verstanden hatten: Sie wussten, dass Unternehmen zwar Gewinne machen müssen. Aber gleichzeitig auch eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und ihren Angestellten haben.

Umso spannender waren daher die Verhandlungen selbst: Wie im echten Leben haben sich die verschiedenen Gruppen zuvor intern auf Positionen geeinigt und dann Vertreter zu den anderen geschickt, um einen Kompromiss zu erarbeiten. Zwischendurch wurden Teile der Verhandlungen durch die wütenden betroffenen Arbeiter gestürmt, deren Plakate Sprüche wie „Ihr klaut unsere Existenz“ zierten.

Daher war es auch gar nicht so einfach, einen Kompromiss zu finden. Schließlich mussten Aspekte wie die hohe Arbeitslosigkeit in der Region, internationale Konkurrenz, mögliche Umschulungen auf andere Bereiche und Unternehmen und natürlich die Gewinnerwartungen des Unternhmens und Roboterherstellers beachtet werden, während die Presse alle Beteiligten stets über Neuigkeiten auf dem Laufenden hielt.

Wie sah die Lösung am Ende aus? Statt sofort viele Roboter zu kaufen, sollte ein langfristiger Vertrag sicherstellen, dass alle vier Jahre neue Roboter ins Unternehmen kommen. Schrittweise sollten dadurch ohne drastische Entlassungen die Arbeitsplätze reduziert werden. Gleichzeitig hat der Roboter-Hersteller angeboten, als Ausgleich einen Teil der Arbeiter zu übernehmen, wenn das Ursprungsunternehmen für deren Umschulung zahlt. Mit diesem Kompromiss waren schlussendlich alle gruppen zufrieden.  

„Unternehmen sollten nicht nur den Gewinn sehen, denn sie haben auch eine Verantwortung“

Teilnehmer des Wirtschaftsethik-Planspiels

Wichtiger als das Ergebnis ist allerdings, dass die Jugendlichen dafür sensibilisiert wurden, soziale und wirtschaftliche Fragestellungen zusammen zu denken. Das Planspiel ist Teil des Projekts „Wirtschaftsethik an Schulen“ der Stiftung beneVolens. Seit zwei Jahren wird in Kooperation mit dem Mariengymnasium ein komplettes Curriculum „Wirtschaftsethik“ entworfen, wodurch das Thema während der gesamten Schullaufbahn in verschiedenen Kontexten und Fächern angesprochen werden soll.

Nachhaltig in die Zukunft

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Erfolgreiche Projektwochen zum Thema „Substainable Development Goals“

Seit Anfang September veranstaltet die Stiftung beneVolens wieder Projektwochen zum Thema SDG – Substainable Development Goals und Agenda 2030. Insgesamt werden Jugendliche aus acht Schulen – größtenteils im Form des Sozialen Seminars – an den Seminartagen in der Kommende Dortmund teilnehmen.

Als SDGs werden die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung bezeichnet, die  2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Alle UN- Mitgliedstaaten haben sich durch die Unterzeichnung des Vertrags „Agenda 2030“ dazu verpflichtet, diese Ziele bis zum Jahr 2030 zu verwirklichen.

Nach einer kurzen Einführung zum Thema Nachhaltigkeit lernten die Jugendlichen in den folgenden Tagen mehr über die Ursachen und Folgen des Klimawandels, über Fluchtursachen, fremde Kulturen und über die Bedeutung von fairem und gerechtem Handel.

Was bedeutet fairer Handel? Auch das ist ein Thema in den SDG Projektwochen.
Kaffee-Säcke schleppen ist Teil des Projekts SDG

Die unterschiedlichen Themen wurden in Form erlebnispädagogischer Spiele erarbeitet. So rechneten die Schüler beispielsweise ihren ökologischen Fußabdruck aus oder suchten in umliegenden Supermärkten nach Fair-Trade Produkten. Außerdem konnten sie erleben, welchen Weg unser Kaffee geht, vom Pflücken über das Sortieren und Schleppen der schweren Säcke voller Bohnen, bis hin zum Rösten und Mahlen.

Wir wusste ja irgendwie, dass unsere Sachen alle von weit weg kommen. Aber es war schon krass zu sehen, wie das alles zusammenhängt mit dem Klima und den Flüchtlingen und so.

Teilnehmer einer SDG-Projektwoche

Die Projektwochen zum Thema Substainable Development Goals der UN finden in dieser Form seit 2018 statt. Inhaltlich knüpfen sie an die Globalisierungsseminar-Wochen an, welche zuvor fester Bestandteil des Sozialen Seminars und des beneVolens Schuljahres waren.

Lorena König

Ausblick auf das kommende beneVolens-Jahr

Sommer, Sonne, Sonnenschein, Badehandtuch, Hängematte, Wanderschuhe, Netflix & Chill. Noch sind Sommerferien in Nordrhein-Westfalen. Das heißt auch, dass aktuell keine beneVolens Seminare und Projekte stattfinden. Doch während sich die Schülerinnen und Schüler zumindest noch ein paar Tage ausruhen dürfen, ist die Stiftung schon aus dem Sommerurlaub zurückgekehrt.

Die Vorbereitungen für die ersten Projekte und Seminare laufen auf Hochtouren. Materialien zusammenstellen, Arbeitsblätter ausdrucken, neue Module entwerfen. Und das ist auch nötig, denn bereits kurz nach dem Start des neuen Schuljahres startet auch das beneVolens Jahr.

Diplomverleihung Gruppenbild
Gruppenbild. Foto: beneVolens

So stehen ab Anfang September insgesamt sieben Politikseminare „Null Bock auf Politik“ an, die traditionell den Start ins Soziale Seminar darstellen.

Sieben?

Ja, sieben! Denn das Soziale Seminar – der Hauptbestandteil und Kern der Stiftungsarbeit – wird ab dem Schuljahr 2019/2020 an einer weiteren Schulen angeboten. Und zwar an der Heinrich-Heine-Realschule in Hagen. Auch an den fünf Schulen, die bisher am Sozialen Seminar teilgenommen haben, findet das Projekt wieder statt. Somit gibt es in Zukunft sechs Soziale Seminare. Zudem nimmt die Sekundarschule Wickede Ruhr in der kommenden Zeit an allen Projekttagen, wie dem Politikseminar, teil.

Vorbereitungen für das kommende Schuljahr laufen

Gleichzeitig starten Anfang September – zunächst an der Hauptschule Husen – die „Sustainable Development Goals – Fair Leben und Handeln in globalen Zusammenhängen“-Seminare. Die restlichen Schulen folgen dann Anfang 2020.

Zwischen März und Mai 2020 besuchen die jeweiligen Soziales-Seminar-Schulen außerdem verschiedene suchttherapeuthische Bauernhöfe der Gemeinschaft Fazenda da Esperanca und nehmen dort am Suchtpräventions-Seminaren teil.

Volle beneVolens-Wirtschaftspower

Schon vorher geht an der Städtischen Hauptschule Kamen das Projekt „Entrepreneurship – Hauptschüler als Unternehmer“ in seine vierte Runde. 2016 haben die ersten jugendlichen Teilnehmer eine Schülerfirma gegründet, welche die aktuellen Jahrgänge fortführen und weiterentwickeln.

Auch in Arnsberg dreht sich ab Anfang September wieder alles ums Thema Wirtschaft. Nach einem erfolgreichen ersten Jahr wird das Projekt „Wirtschaftsethik an Schulen“ im kommenden Schuljahr weitergeführt und ausgebaut. Los geht’s mit einem Planspiel-Projekttag Mitte Septemner. Zudem ist geplant, auch in diesem Projekt eine Schülerfirma zu gründen.

Austausch, Migration und Menschenrechte

Das Austauschprojekt „Deutsch-Polnisches-Seminar“ wird zum kommenden Schuljahr komplett umstrukturiert und erweitert. Denn es konnten nicht nur im Sozialen Seminar neue Schulen als Kooperationspartner hinzugewonnen werden, sondern auch in diesem Projekt. Anfang September besuchen Schülerinnen und Schüler der Katholischen Hauptschule Husen ihre neue Partnerschule, ein Lyceum in Krakau. Gemeinsam nähern sie sich dort dem Thema Rassismus.

Die polnischen Jugendlichen auf ihrem Weg zu beneVolens nach Deutschland.
Die polnischen Jugendlichen auf ihrem Weg nach Deutschland.

Die bisherige polnische Partnerschule aus Zabrze bleibt der Stiftung beneVolens weiterhin verbunden. Ende September findet dort eine Begegnung mit deren neuer Parterschule statt, der Gustav-Heinemann-Gesamtschule aus Essen. In Polen werden sich die Jugendlichen beider Länder dem Thema „Sozialismus und undemokratische Systeme“ nähern.

Im Mai 2020 sind die Gegenbesuche nach Dortmund und Essen geplant.

Doch das ist nicht das einzige, was im Frühjahr 2020 ansteht. So soll an der Emscherschule in Aplerbeck erneut unser Projekt „Interreligiöser Dialog“ stattfinden. Erstmalig startet dort außerdem ein Projekt zum Thema Menschenrechte. Passend dazu läuft unsere Kooperation mit der St. Vincenz Jugendhilfe weiter, mit denen wir zwei Projekte zum Thema Flucht und Migration durchführen.

Happy Birthday to us, Happy Birthday to us

Doch bevor wir schon ganz weit ins nächste Jahr blicken, steht schon in wenigen Wochen ein besonderes Jubiläum an. Denn die Stiftung beneVolens wird im Oktober zehn Jahre alt. Quasi als Geschenk an uns selbst, aber auch an rund 170 Jugendliche der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Dortmund, haben wir die Musik-Performance-Gruppe GenVerde erneut ins Ruhrgebiet eingeladen. Innerhalb weniger Tage werden Band und Jugendliche gemeinsam das Musical „On the other Side“ einproben und aufführen.

Konzertprojekt Start Now – On the other Side in Dortmund. beneVolens.
Konzertprojekt Start Now – On the other Side. Foto: GenVerde

Doch nicht nur dem Geburtstag blickt die Stiftung beneVolens aufgeregt entgegen. Wir freuen uns auf alle Projekte, auf alle Seminare und sind zuversichtlich, dass wir die Gesellschaft auch im kommenden Schuljahr ein kleines Stück besser und gerechter machen können. Immer unserem Motto folgend. Jugend fördern. Zukunft gestalten.

Wirtschaftsethik in Arnsberg

Ein Jahr „Wirthschaftsethik“ in Arnsberg

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„Unsere Schule könnte nachhaltiger werden!“

Mit diesem Appell antworteten Jugendliche des Mariengymnasium Arnsberg auf die Frage ihrer Schulleiterin Annemarie Ostermann-Fette nach mehr ethischer Verantwortung. Zum ersten Mal wurden sie nun für ihr Engagement im neuen Projekt „Wirtschaft an Schulen“ ihre Schulleiterin ausgezeichnet. Die Zertifikate wurden bei der Zwischenbilanz des Projektes der katholischen Schule und der Stiftung beneVolens überreicht.

Vor einem Jahr startete das innovative Projekt am Mariengymnasium Arnsberg. „Wirtschaftsethik an Schulen“ verbindet die oft geforderte ökonomische Bildung mit ethischer Verantwortung. „Wirtschaftliche Aspekte dürfen nicht als eigenständiger Aspekt betrachtet werden, sondern als Dienst für den Menschen. Denn nicht der Mensch dient der Wirtschaft, sondern die Wirtschaft dem Menschen“, betonte der zuständige Fachlehrer Alexander Cornelsen. „Gerade aus Sicht einer Schule in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn mit einer christlichen Eigenprägung ist es wichtig, dass das Thema Wirtschaft auch mit dem ethischen Thema Verantwortung verknüpft ist.“

„Ich kann mein Verhalten jetzt besser hinterfragen“

Die Resonanz aus der Schulgemeinschaft auf das neue Angebot ist ausgesprochen positiv und ermutigend für die weitere Entwicklung des Projektes. Vor allem eine andere Wahrnehmung – ein anderer Blick – auf das wirtschaftliche und unternehmerische Handeln wurde hervorgehoben: „Ich sehe die Wirtschaft nun nicht nur als Konsumentin, sondern ich habe auch einen Blick dafür bekommen, wie Unternehmer denken“, so eine Schülerin. Und ein Schüler ergänzte: „Mit mehr Hintergrundwissen kann ich mein Verhalten besser hinterfragen. Man nimmt bewusster am wirtschaftlichen Handeln teil.“

In dem Projekt vermitteln fächerübergreifende Unterrichtsbausteine, Projekttage und eine AG „Wirtschaft FAIRstehen“ ökonomisches Grundwissen und ein Bewusstsein für die ethische Verantwortung wirtschaftlichen Handelns. Beteiligt sind nicht nur die Schulfächer Wirtschaft und Politik, sondern auch Fachlehrerinnen und -lehrer von Religion, Geschichte, Erdkunde und Wirtschaftsenglisch. Die fächer- und jahrgangsübergreifende Ausrichtung unterstützt die moralische Urteil- und Handlungskompetenz im Bereich der Wirtschaft aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu schulen.

Neuerungen im kommenden Schuljahr in Arnsberg

Ohne die Kooperation mit der Kommende Dortmund wäre das Projekt nicht möglich“, so Schulleiterin Ostermann-Fette. Es ist überaus hilfreich, auf die wirtschaftsethische Kompetenz des Sozialinstituts des Erzbistums Paderborn zurückgreifen zu können. Die fachlichen Beiträge der Projektreferentin Charlotte Bachmair von der Kommende-Stiftung beneVolens sind wichtige Impulse – auch für das Kollegium. Aber die Schule profitiere auch von den didaktischen Kompetenzen und praktischen Erfahrungen der Kommende Dortmund in der ökonomischen Bildung. Für die Profilierung des Mariengymnasiums als Schule mit wirtschaftlichem Schwerpunkt ist diese Zusammenarbeit von schulischer und außerschulischer Bildung überaus produktiv. Zudem wird das Projekt von der Manfred-Fischer-Stiftung der Westfälischen Kaufmannsgilde e.V. finanziell unterstützt.

Im neuen Schuljahr wird das Angebot in Arnsberg nach dem erfolgreichen ersten Jahr ausgebaut. Neu kommen Projekttage für die Oberstufe dazu. Und der Praxisbezug soll weiter gestärkt werden. In einem eigens im Projekt entwickelten Planspiel schlüpfen die Schülerinnen in verschiedene betriebliche Rollen wie Unternehmer, Betriebsrat, Mitarbeiterin. Sozusagen am eigenen Leib erleben sie dann die verschiedenen und widersprüchlichen Anforderungen und Interessen des Wirtschaftens: eine reizvolle Herausforderung. Die ökonomische Theorie wird lebendig, „Wirtschaft“ ein spannendes Unterfangen.

Fortbildung

Offene Fortbildung „Populistischen Parolen entgegentreten“ am 30. August

Ausgrenzende, diskriminierende und teilweise aggresive Parolen gegen bestimmte Menschengruppen begegnen uns nicht nur in den Medien, sondern auch in unseren Seminaren. Diese Parolen können schnell zur Normalität werden und einen diskriminierungsbewussten Umgang mit Minderheiten und Vielfalt gefährden.

Menschenfeindliche und rechtspopulistische Parolen zu widerlegen erfordert nicht nur ein historisches und inhaltliches Faktenwissen, sondern vor allem auch Geschick und Souveränität in schwierigen, teilweise aggresiven Gesprächskontexten.

Daher läd die Stiftung beneVolens unsere Referenten, aber auch alle anderen Interessierten dazu ein, an der Fortbildung „Populistischen Parolen entgegentreten“ teilzunehmen.

Die Fortbildung findet statt am

  • Freitag, 30. August,
  • von 9-18 Uhr
  • in der Kommende Dortmund (Brackeler Hellweg 144, Dortmund)
  • und kostet: Nichts!

Anmeldung bitte per Mail über robert.kläsener@kommende-dortmund.de oder per Telefon +49 231 20605-43.

Im ersten Teil des Seminars werden wir rechtspopulistische Parolen analysieren, bevor wir im zweiten Teil einüben, wie Referent_innen in unterschiedlichen Kontexten damit umgehen können. Zum Beispiel: Wie komme ich von provokativen Angriffen zu konstruktiven Gesprächen? In welchen Situationen ist eine klare Positionierung erforderlich? Wie sind Demagogen gekonnt zu stoppen?

Deutsch-Polnische Jugendwoche in Dortmund. Gruppenbild.

Polnische Jugendliche zu Besuch in Dortmund

Deutsch-Polnisches Seminar

Die Stimmung zwischen der deutschen und polnischen Regierung wird auf europäischer Ebene frostiger. Gerade deshalb setzen die Kommende Dortmund, beneVolens und die Katholische Hauptschule Husen ein bewusstes Zeichen: Gemeinsam organisierten sie eine Begegnung zwischen polnischen und deutschen Jugendlichen. Unter dem Motto „Gemeinsam die Zukunft gestalten – Armut in Europa“ kamen knapp 40 Jugendliche beider Länder Anfang Juni für eine Woche in Dortmund zusammen.

Das Thema Armut in Europa war bewusst gewählt. Die Jugendlichen sollten sich mit ihrer gemeinsamen Zukunft in Europa auseinandersetzen. Während der Woche haben sie daher über eigene Lösungsansätze nachgedacht, wie sie sich konkret für ein friedliches und solidarisches Miteinander in Europa einsetzen können. So entstand eine gemeinschaftliche Atmosphäre. In dieser konnten sie sich gegenseitig näher kennenzulernen und frei von Nationalitäten vorhandene Vorurteile abzubauen.

Besuch sozialer Einrichtungen

Daneben waren beispielsweise Besuche bei sozialen Einrichtungen wie dem „Gasthaus statt Bank“ Bestandteil des einwöchigen Seminars. Auch Gespräche mit jungen geflüchteten Männern und erlebnisorienierte Seminareinheiten standen auf dem Programm. Ziel war es, den Schülerinnen und Schülern zum einen Initiativen bekannt zu machen, die sich um sozial-benachteiligte Menschen kümmern. Zum anderen wurden dadurch bestehende Vorurteile gegenüber Arbeitslosen und in Armut lebenden Menschen abgebaut.

Dadurch wurde das zivilgesellschaftliche Engagement der Jugendlichen gefördert. Letztendlich diente die gemeinsame Begegnung aber auch dem kulturellen Austausch und half auf diese Weise, Vorurteile und Klischees gegenüber den europäischen Nachbarn abzubauen.

Veränderungen im kommenden Schuljahr

Der deutsch-polnische Austausch wurde bereits zum achten mal durchgeführt. 2011 hat die Landesregierung das Projekt im Polen-NRW-Jahr ausgezeichnet. Unterstützt wird es durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk und die profiliis-Stiftung. In diesem Jahr nahmen 18 Schülerinnen und Schüler des Sozialen Seminars der Katholischen Hauptschule Husen und 21 Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse aus Zabrze an der gemeinsamen Projektwoche teil.

Zum kommenden Schuljahr 2019/2020 wird es einige Veränderungen rund um den deutsch-polnische Austausch geben. In der bisherigen Konstellation Dortmund-Zabrze wird er nicht weitergeführt. Doch beide Schulen bleiben dem Projekt erhalten. Ausführliche Infos dazu Folgen in Kürze.

Wirtschaftsethik-AG besichtigt regionalen Online-Händler

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AG „WirtschaftFAIRstehen“ besucht Hofladen-Sauerland in Meschede

Mitte Juni haben die Teilnehmer der AG „Wirtschaft FAIRstehen“ exklusive Einblicke in die Unternehmenskonzepte und Marketingstrategien eines besonderes regionalen Betriebs zu erhalten. Sie waren zu Gast beim Hofladen-Sauerland in Meschede. Die AG findet im Zuge des beneVolensProjektsWirtschaftsethik an Schulenam Mariengymnsium in Arnsberg statt.

Gründer und Geschäftsführer Christian Schulte erzählte bei Kuchen und Limo aus dem eigenen Hofladen von seiner Geschäftsgründung. Wer gute, regionale Produkte kaufen möchte, hätte in der Vergangenheit von Erzeuger zu Erzeuger fahren müssen. Heute könne der Kunde die Produkte online im Hofladen-Sauerland oder in einem der zwei Geschäfte bekommen.

12 Mitarbeiter

Zunächst noch in nebenberuflicher Selbstständigkeit entwickelte Christian Schulte einen Online-Handel mit regionalen Produkten und lieferte die Ware mit dem eigenen Auto aus. Mittlerweile besteht das Team vom Hofladen-Sauerland aus 12 Mitarbeitern. Die Schüler waren begeistert wie schnell eine Idee innerhalb von vier Jahren zu einem erfolgreichen Unternehmen werden kann.

Christian Schulte (blaues Hemd) erläutert den Jugendlichen im Projekt „Wirtschaft FAIRstehen“ ds Konzept seines Unternehmens. Foto: beneVolens

Das Hofladen-Sauerland Team hat es sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, den Vertrieb regionaler Produkte zu fördern und damit auch die Umwelt zu schonen. Der Geschäftsführer veranschaulichte den Schülern, dass Nachhaltigkeit und ökonomisches Wirtschaften oft miteinander einhergehen. Die Verwendung von möglichst wenig Verpackung spart Kosten und ist außerdem gut für die Umwelt.

Die Idee des Hofladen-Sauerland: Regionale Lebensmittel in die Region und ganz Deutschland schicken. Foto: Screenshot Homepage

Schulte berichtete von seinen Erfahrungen als Selbständiger und erklärte der AG, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Rechtsformen bei einer Firmengründungen. Des weiteren veranschaulichte er an seiner eigenen Werbestrategie, wie man mit Hilfe von Facebook und Google gezielt Kundenkreise ansprechen und die Online-Medien für effiziente Werbung nutzen kann.

Ideen der AG liegen voll im Trend

Neben den zahlreichen Informationen zur Unternehmensgründung und Entwicklung von Marketingstrategien hatten die Teilnehmer der AG „Wirtschaft FAIRstehen“ die Möglichkeit ihre eigene Geschäftsidee, die sie in dem letzten halben Jahr entwickelt haben, vorzustellen, bewerten zu lassen und sich Tipps zu holen.

Der Hofladen Sauerland besteht aus zwei stationären Läden sowie einem breit aufgestellten Online-Shop. Foto: beneVolens.

Die Idee der Kochbox „Sauerläcker Box. Kochen ohne Spirenskes“ mit regionalen Produkten für Familien sei super, sagte der Hofladen-Besitzer. Er selbst merke, wie das Interesse von regionalen Produkten bei den Verbrauchern wachse und die Idee von Kochboxen liege voll im Trend. Er gab den Schülern verschiedene Verkaufsstrategien, wie mit dem „Preis pro Portion“ werben, auf den Weg und sprach ihnen Mut zu, nicht zu schnell aufzugeben, denn man sei nie fertig mit der Entwicklung einer Geschäftsidee.

Diplomverleihung 2019

Hunderte Jugendliche erhalten Diplome und Zertifikate

Die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen rücken unweigerlich näher. Und damit enden auch die Seminare und Projekte der Stiftung beneVolens in diesem Schuljahr. Doch bevor die Jugendlichen in ihre wohlverdienten Ferien gehen oder ihren Schulabschluss feiern, kommen sie jedes Jahr in der Kommende Dortmund zusammen, um die Diplomverleihung zu feiern.

So auch in diesem Jahr. Bei einer feierlichen Veranstaltung Mitte Juni wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der fünf Sozialen Seminare sowie des Entrepreneurship-Projekts „Hauptschüler als Unternehmer“ gewürdigt. Zum Abschluss erhielten die rund 110 Jugendlichen Diplome und Zertifikate. Sind sind ein Zeichen dafür, was sie im vergangenen Schuljahr erreicht haben.

Mit den Sozialen Seminaren stärken wir benachteiligte Jugendliche in ihrer Persönlichkeit und ermöglichen Ihnen sich als Teil unserer Gesellschaft einzubringen

Robert Kläsener, Referent für politische Bildung Kommende Dortmund

Und sie haben eine Menge erreicht. So haben die Teilnehmer des Sozialen Seminars an der Emscherschule Aplerbeck, der Katholischen Hauptschule Husen, der Gesamtschule Scharnhorst, der Peter-Weiss-Gesamtschule Unna und der Städtischen Hauptschule Kamen jede Woche freiwillig zwei Schulstunden lang an dem Seminar teilgenommen. Dort haben sie Themen wie Migration und Flucht, Ökologie und Nachhaltigkeit behandelt oder die Bedeutung von Arbeit und Arbeitslosigkeit erarbeitet. Gemeinsam sind sie der Frage nachgegangen, wie die Menschen besser miteinander und in der Gesellschaft umgehen können. Und sie haben sich gefragt, warum Grundwerte wie Gemeinwohl, Solidarität und Gerechtigkeit so wichtig für das Zusammenleben sind.

Persönlichkeit der Jugendlichen stärken

Gleichzeitig haben die Jugendlichen des Entrepreneurship-Seminars „Hauptschüler als Unternehmer“ der Städischen Hauptschule Kamen eine Schülerfirma gegründet. Ziel war es, in Kooperation mit der Campus Weggemeinschaft und dem Kometikhersteller La Mer, eine Seife herzustellen. Gleichzeitig haben sie Marketingkonzepte entworfen und Vertriebswege entwickelt. Realitäts- und praxisnah haben sie sich nach ihren persönlichen Stärken und Eigenschaften eingeteilt und sich bestmöglichst weiterentwickelt.

  • Diplomverleihung
  • Vorträge während der Diplomverleihung
  • Blick nach vorne in der Kapelle der Kommende
  • Jugendliche während der Abschlussmesse
  • Peter Klasvogt fällt einen Like-Button hoch
  • Predigten
  • Erich Fritz am Pult
  • Erich Fritz überreicht Diplome
  • Erich Fritz überreicht Diplome
  • Abschlussvorträge bei der Diplomverleihung
  • Abschlussvorträge
  • Abschlussvorträge
  • Diplomverleihung Bild der Gruppe
  • Erich Fritz überreicht Diplome
  • Betreuer Soziales Seminar und Entrepreneurship
  • Diplomverleihung Gruppenbild

Dementsprechend bewegt waren die Jugendlichen auch, als sie ihre Diplome und Zertifikate entgegennahmen. „Mit den Sozialen Seminaren stärken wir benachteiligte Jugendliche in ihrer Persönlichkeit und ermöglichen Ihnen sich als Teil unserer Gesellschaft einzubringen“, kommentiert Robert Kläsener, Referent für politische Bildung der Kommende Dortmund, die Diplomverleihung. So fasst auch Erich Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, deren Ziele vor den versammelten jungen Erwachsenen und deren Eltern zusammen:

 

„Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken, ihnen wertschätzend zu begegnen und neue Lebensperspektiven zu eröffnen, ist der Leitgedanke unserer Bildungsprojekte“.

Erich G. Fritz, Vorstandvorsitzender beneVolens

Das Grundgesetz im Mittelpunkt

Das Grundgesetz wird 70 – und war auch schon zentrales Thema eines beneVolens-Projekts

Wir leben in Deutschland in einer Demokratie, welche vom Grundgesetz geschützt wird. Aber was bedeutet das eigentlich genau? Was für Werte gelten in unserer Gesellschaft, was hält sie zusammen? Welche Rechte und Pflichten gibt es?

Genau mit solchen Fragen haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts „Empowered by Democracy“ Ende 2018 beschäftigt. Und das Besondere an dem Projekt: Nicht nur stand das heutige Geburtstagskind Grundgesetz im Mittelpunkt.

Junge Dortmunder Jugendliche und Geflüchtete

Sondern vielmehr haben daran Jugendliche einer Dortmunder Hauptschule gemeinsam mit jungen Geflüchteten teilgenommen.

Im Zentrum standen erlebnispädagogische Planspiele, die sich um die Werte eines demokratischen Zusammenlebens drehten. Dabei nahmen die Jugendlichen beispielsweise verschiedene Rollen ein und mussten sich damit auseinandersetzten, dass es in einer Gesellschaft verschiedene Voraussetzungen für Erfolg gibt. Zentral war daher die Frage, wie man mit solchen Differenzen umgehen sollte.

Das Projekt, welches durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde, bot zudem einen Raum für Diskussionen, welche Werte, Haltungen und Lebensarten in einer Demokratie angemessen sind.


Eines der beidem Empowered by Democracy-Seminare wurde von einem Kamerateam begleitet. Hier finden Sie den YouTube-Clip:

Sonderverkauf schwarze Seife

+++ Rabatte und Sonderverkauf +++

Seifen-Sonderedition steht zum Verkauf

Neue Flyer, Plakate und Rabattcoupons und ein Sonderverkauf: Die Marketing-Abteilung der „Black Rose Company“, der Schülerfirma unseres Entrepreneurship-Seminars, hat im Moment ziemlich viel zu tun.

Die Jugendlichen haben sich gemeinsam überlegt, wie sie ihr Produkt, eine Handseife, am besten bewerben und verkaufen können. Doch da in diesem Schuljahr schon der dritte Jahrgang die Seife herstellt und veräußert, musste frischer Wind her.

Ergebnis ist eine spezielle schwarze Sonder-Edition der Seife „La Savon du Mer“. Und diese wird auch nur an einem einzigen Tag als Sonderverkauf verkauft. Und zwar am Dienstag, 04. Juni, auf dem Wochenmarkt in Kamen. Der Verkaufstag soll im Vorfeld durch neu designte Flyer sowie Zeitungswerbung bekannt gemacht werden.

Im Mittelpunkt des „Entrepreneurship-Semiars“ steht eine Schüler-Firma, die im Laufe des Schuljahres ein eigenes Produkt – eine Seife – herstellen und verkaufen. Nachdem die ersten beiden Jahrgänge das Unternehmen „Black Rose Company“ aufgebaut und sich mehrheitlich auf die Produktion und den Vertrieb fokussiert haben, widmet sich der aktuelle Jahrgang zusätzlich dem Thema Marketing. Dafür hat die Redaktionsabteilung der Schülerfirma einen eigenen Blog erstellt, auf dem sie über die aktuellen Entwicklungen innerhalb des Seminars berichten. Die wichtigsten Inhalte des Blogs gibt es aber auch hier: